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Jahresbericht 2025

Hier setzen sich Menschen für die Gemeinschaft ein

Für Mathias Nippgen-van Dijk sind die Ehrenamtlichen im Caritasverband Taunus ein ganz wichtiger Teil der Verbandskultur. Sie öffnen die Türen zu vielen Angeboten, schaffen Begegnungsorte und arbeiten so aktiv sozialer Isolation entgegen.

Für Mathias Nippgen-van Dijk sind die Ehrenamtlichen im Caritasverband Taunus ein ganz wichtiger Teil der Verbandskultur. Sie öffnen die Türen zu vielen Angeboten, schaffen Begegnungsorte und arbeiten so aktiv sozialer Isolation entgegen. 

Christina Müller und Mathias Nippgen-van DijkChristina Müller, Koordinatorin Ehrenamt und Mathias Nippgen-van Dijk, Stabsstelle CaritaskulturSonja Prein

Ohne Ehrenamt gäbe es viele Angebote im Caritasverband Taunus nicht. Ehrenamtliche sind einwichtiger Teil vieler Einrichtungen und Projekte. Doch sie leisten noch so viel mehr, ist sich Mathias Nippgen-van Dijk von der Stabsstelle Caritaskultur sicher. "Ehrenamtliche stärken das soziale Miteinander. Sie schenken uns ihre Zeit und schaffen Orte der Begegnung, Begleitung und Unterstützung", sagt er. "Das ist gerade in unserer stark fragmentierten Gesellschaft ein klares Zeichen: Gemeinschaft trägt!"

Ehrenamt öffnet Türen

Das Besondere am Ehrenamt: Jede*r kann mitmachen. "Es braucht keine besonderen Kompetenzen oder Vorkenntnisse. Man muss nicht viel nachweisen", sagt er. Deshalb kommen hier auch so viele unterschiedliche Menschen zusammen. Die meisten sind Rentner*innen oder Menschen ohne Berufstätigkeit. "Wir haben aber auch berufstätige Ehrenamtliche oder junge Leute, die einfach mal in ein Projekt oder einen Beruf hineinschnuppern wollen", beschreibt Nippgen-van Dijk. Gerade deshalb sei das Ehrenamt im Caritasverband ein echter Türöffner. "Es ist ein sehr niedrigschwelliges Angebot. Man kann einfach dazukommen. Dadurch hilft es, soziale Isolation zu überwinden."

Für Nippgen-van Dijk bringen die ehrenamtlichen Helfer*innen etwas ganz Besonderes in den Verband ein: ihre Zeit und ihr persönliches Wissen. "Wo unsere Hauptamtlichen strukturiert arbeiten, können unsere Ehrenamtlichen oft flexibler reagieren, neue Impulse setzen und so die Angebote beleben", sagt er. "Im Ehrenamt kommen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten."

So wird Engagement im Verband organisiert

Die Organisation der ehrenamtlichen Helfer*innen ist im Caritasverband Taunus dezentral strukturiert: Das heißt, sie liegt in der Verantwortung der Einrichtungsleitungen. "Die Leitungen wissen am besten, was gebraucht wird, und kennen die Bedürfnisse ihrer Einrichtungen und Angebote", erklärt Nippgen-van Dijk. Dennoch gibt es im Verband eine übergeordnete Stelle für das Ehrenamt: "Frau Christina Müller ist unsere Koordination für Ehrenamt und Freiwilligendienste", sagt er. Sie ist Ansprechpartnerin für Menschen, die sich engagieren möchten, aber noch keine konkrete Idee haben, was sie machen möchten. Diese Interessent*innen vermittelt sie dann an passende Einrichtungen weiter. Außerdem unterstützt sie die Einrichtungsleitungen bei Fragen oder Unsicherheiten. "Und wir organisieren gemeinsam alle zwei Jahre ein Ehrenamtsfest für alle Helfer*innen im Verband", sagt Nippgen-van Dijk. Auch die Teilnahme an der Frühjahrs- und Herbstkonferenz des Netzwerks der Ehrenamtlichen in der Caritas (CKD), zu der alle Ehrenamtlichen der Einrichtungen und der Pfarreien eingeladen sind, werde über die Stabsstelle koordiniert. 

Ehrenamt mit großer Dynamik

"Für die Einrichtungsleitungen haben wir zudem Kurse zur Personalführung, was auch hilfreich zur Koordination von Ehrenamtlichen ist", sagt Nippgen-van Dijk. In manchen Einrichtungen sei die Koordination der vielen Ehrenamtlichen eine echte Herausforderung. "In unserer Tafel in Hattersheim engagieren sich beispielsweise rund 200 Ehrenamtliche", sagt er. "Dass da jede*r zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und auch noch weiß, was zu tun ist, erfordert eine gute Planung."

Wie viele Ehrenamtliche es im Caritasverband Taunus insgesamt gibt, kann er nicht mit Bestimmtheit sagen. "Da steckt eine enorme Dynamik drin, deshalb ist die Zahl schwer zu ermitteln. Ich würde schätzen, dass sie irgendwo zwischen 800 und 1.000 liegt." Auch das Verhältnis von Frauen und Männern lasse sich nicht genau bestimmen. "Ähnlich wie in vielen Kirchengemeinden sind es vermutlich zwei Drittel Frauen und ein Drittel Männer." Nur bei den Tafeln sei es auffällig, dass es dort deutlich mehr männliche Ehrenamtliche gebe.

Warum vor allem Ältere helfen

Auffällig ist außerdem, dass überwiegend ältere Menschen ein Ehrenamt ausüben. "Deshalb haben wir 2024 mit youngcaritas ein Angebot geschaffen, das gezielt junge Menschen anspricht und sie für ein Ehrenamt gewinnen soll", sagt Nippgen-van Dijk. Im Moment seien besonders die Caritas Läden beliebt. "Da spielt auch der Nachhaltigkeitsaspekt eine Rolle." Insgesamt ist das Interesse von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich. "Als die neue Tafelausgabestelle in Kelkheim eröffnet wurde, fanden sich sehr schnell genügend Menschen, die helfen wollten", berichtet er. Anders sehe es bei der Demenzbetreuung aus. "Das ist ein ganz wichtiges Angebot, das pflegende Angehörige entlastet. Wenn sie einmal das Haus verlassen müssen, kommt jemand von der Demenzbetreuung vorbei und übernimmt für ein paar Stunden."

Hier werden noch Helfer*innen gesucht

Im Unterschied zu einem Ehrenamt bei der Tafel müssen die Helfer*innen bei der Demenzbetreuung eine Schulung absolvieren, bevor sie eingesetzt werden können. "Leider haben wir die Erfahrung gemacht: Sobald man sich fortbilden muss, wird es schwieriger, Leute zu finden." Für viele Menschen, die im Bereich der Ehrenamtsarbeit tätig sind, ist der Renteneintritt der Generation der Babyboomer eine große Hoffnung. Nippgen-van Dijk ist da etwas skeptischer: "Ich denke, viele werden erst einmal ihre neu gewonnene Freizeit genießen wollen. Da steht nicht das Ehrenamt im Vordergrund, sondern die große Reise, für die während der Berufstätigkeit keine Zeit war."

Bei Angeboten wie der Demenzbetreuung oder auch der Trauerbegleitung fällt noch ein weiterer Aspekt auf, in dem sich die Ehrenamtlichen im Caritasverband Taunus von vielen anderen unterscheiden: die Motivation der Ehrenamtlichen. "Andernorts wird ein Ehrenamt häufig ausgeübt, um sich selbst zu verwirklichen oder einfach Spaß zu haben", sagt Nippgen-van Dijk. "Bei uns findet man Menschen, die wirklich selbstlos sind. Besonders in den Einrichtungen, in denen es um sehr ernste Themen geht", sagt er. Und dabei geht es nicht immer nur um christliche Nächstenliebe. "Bei uns sind auch viele Leute dabei, die keinen direkten Bezug zur Kirche haben."

Natürlich bleibt nicht jede Person, die ein Ehrenamt antritt, auch langfristig dabei. "Wie gesagt, die Dynamik bei uns ist wirklich hoch. Anfangen kann aber erst einmal jede*r. Wer bleibt, zeigt sich dann meist recht schnell", sagt er. Und für all diejenigen, die noch nicht die passende Aufgabe gefunden haben, gibt es Frau Müller. "Wir freuen uns wirklich über jede helfende Hand."

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