Das Stadtarchiv Hattersheim hat eine Reihe an Publikationen aus der langjährigen Arbeit der
Wohnungslosenhilfe des Hauses Sankt Martin am Autoberg in Hattersheim
übernommen. Übergeben wurden die Materialien durch den scheidenden Leiter der
Einrichtung, Klaus Störch, der diese über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt und weit
über die Region hinaus Maßstäbe in der sozialen und kulturellen Arbeit mit
wohnungslosen Menschen gesetzt hat.
v.l.n.r.: Klaus Störch, Heike Seibert und David Stefan. Stadt Hattersheim
Die Abgabe dokumentiert eindrucksvoll das vielfältige Kunst- und Kulturprogramm,
das gemeinsam mit und für wohnungslose Menschen sowie für die gesamte
Stadtgesellschaft und auch darüber hinaus entwickelt wurde. Ziel war es dabei stets,
Begegnungen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und die Lebenswirklichkeit
wohnungsloser Menschen sichtbar zu machen. Zu den übergebenen Archivalien
gehören unter anderem die Reihen kleine hattersheimer hefte und kleine
hattersheimer bibliothek sowie Publikationen zur Situation wohnungsloser Menschen
mit Porträts und Interviews, Fachliteratur zur Sozialen Arbeit und Kalender zu Kunst-
und Fotoprojekten - etwa zur Siedlung oder zur Tafel Hattersheim Hofheim. Sogar
ein Kochbuch ist enthalten.
Diese Publikationen erweitern die Bestände des Stadtarchivs um wichtige Zeugnisse
der jüngeren Stadt- und Sozialgeschichte mit regionaler wie überregionaler
Bedeutung. Sie stehen künftig allen Interessierten in der Präsenzbibliothek des
Stadtarchivs zur Verfügung.
Erste Stadträtin und Kulturdezernentin Heike Seibert würdigte das außergewöhnliche
Engagement des langjährigen Einrichtungsleiters: "Mit seinem unermüdlichen Einsatz
hat Klaus Störch in mehr als 20 Jahren Tätigkeit nicht nur eine Einrichtung aufgebaut
und geprägt, sondern das soziale Miteinander unserer Stadt nachhaltig gestärkt. Er
hat wohnungslosen Menschen eine Stimme gegeben, ihre Lebenswirklichkeit sichtbar
gemacht und Brücken zwischen ihnen und der Stadtgesellschaft gebaut. Für viele war
und ist er die Seele dieses Projekts. Dafür gilt ihm unser herzlicher Dank."
Klaus Störch erklärt: "Es freut mich sehr, dass meine Dokumente und Archivalien für
die Stadt Hattersheim von Interesse sind und die Bestände bereichern!"
Das Stadtarchiv nimmt die Übergabe zugleich zum Anlass, Bürgerinnen und Bürger zu
ermuntern, historische Unterlagen mit Bezug zur Stadtgeschichte nicht vorschnell zu
entsorgen. Ob Akten, Briefe, Fotografien, Filme, Plakate, Vereinsunterlagen oder
andere Dokumente - vielfach handelt es sich um wertvolle Quellen, die das kulturelle
Gedächtnis der Stadt bereichern können. Wer entsprechendes Material besitzt, ist
eingeladen, sich mit dem Stadtarchiv in Verbindung zu setzen, um eine mögliche
Übernahme zu besprechen.
Für Rückfragen steht der Stadtarchivar, David Stefan, (Tel.: 06190 9266269, E-Mail:
david.stefan@hattersheim.de) gerne zur Verfügung.